6 häufige Baufehler, die Hausbesitzer später teuer zu stehen kommen können

Endlich der Herr über seine eigenen vier Wände sein – wer träumt nicht vom Eigenheim? Die aktuell mehr als günstigen Zinsen führen deswegen nicht überraschend zu einem wahren Hausbau-Boom. Doch bis das fertige Haus steht, ist es leider ein beschwerlicher Weg, der in den seltensten Fällen ohne Hektik oder Probleme verläuft. Insbesondere Baufehler können schnell zu einer eisigen Atmosphäre zwischen allen Beteiligten führen. „Ach, hätte ich das doch schon früher gewusst!“, hat sich im Nachhinein schon so mancher Bauherr gedacht.

Im folgenden Artikel wollen wir einen kleinen Überblick geben, was zu den typischsten Fehlerquellen gehört und mit welchen Strategien man diese wirkungsvoll vermeiden kann.

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1. Die wichtigste Regel: Wissen ist alles!

Es empfiehlt sich, dass sich der Bauherr so gut wie möglich mit der Materie „Hausbau und seine Tücken“ auskennt. Einschlägige Literatur, Baublogs im Internet oder Erfahrungen aus erster Hand von Freunden und Bekannten sind gute Möglichkeiten, um sich einen Überblick zu verschaffen. Denn nur derjenige, der mögliche Fehlerquellen auf dem Schirm hat, kann vorbeugen und im Fall der Fälle die Baufirma darauf aufmerksam machen. Engagiere Bauherren, die den Bauprozess verfolgen und selbst mitdenken, sind ohne Frage für einen problemlosen Hausbau förderlich.

Grundsätzlich sollte jedoch auch der ambitionierteste Handwerker starke Partner mit ins Boot holen. Das kann z. B. ein erfahrener Bauüberwacher sein, der sämtliche Arbeiten überwacht und so eine frist- und fachgerechte Arbeitsweise gewährleistet. Treten Probleme auf, so werden diese fachmännisch erkannt und abgestellt. Diese Unterstützung kann unter Umständen Gold wert sein!

2. Über Fehler im Planungsvorgang sachlich sprechen

In der Realität verlaufen die Planungsphasen nicht immer ohne gewisse Mängel. Irren ist bekanntlich menschlich, sodass selbst die kompetentesten Architekten nicht vor dem Einschleichen von Fehlern gefeit sind. Glücklicherweise bleiben eventuelle Statikprobleme usw. erfahrenen Bauleitern auf der Baustelle nicht lange verborgen. Nun gilt es, dass sich alle Beteiligten in sachlicher Atmosphäre darüber austauschen, sodass schnell Lösungen gefunden und die Entscheidungswege kurz gehalten werden können. Die Chemie zwischen Statiker, Architekt und den ausführenden Handwerkern muss also stimmen.

3. Der richtige Umgang mit der Dämmfolie

Das Thema Dämmfolie ist vielleicht eines der wichtigsten beim gesamten Hausbau. Besonders in den sanitären Einrichtungen, bei wichtigen Installationsbauten und Wandecken allgemein muss genauestens gearbeitet werden, sonst wird man wohl ungeliebten Besuch von Schimmelflecken bekommen.

Hierbei muss darauf geachtet werden, dass z. B. die Kabeldurchführungen durch die Dämmfolie komplett luftundurchlässig gestaltet werden. Dabei sind spezielle Manschetten hilfreich.

Nicht nur aufgrund der gestiegenen Anforderungen der Energiesparverordnung kann sich die Durchführung eines Blower-Door-Tests lohnen. Dieser Versuch zeigt zuverlässig Schwachstellen bei den Dichtungsarbeiten zu einem Zeitpunkt auf, bei dem man noch ohne größeren Aufwand gegensteuern könnte. Das Geld für den Test ist also gut angelegt.

4. Fatal: eine wasserdurchlässige Dachterrasse

Man kann nicht genug betonen, wie wichtig die bedingungslose Wasserundurchlässigkeit gerade bei der Dachterrassen-Abdeckung ist. Wurde hier gepfuscht, sind oft größere Beschädigungen am Mauerwerk die Folge. Im schlimmsten Fall kann die gesamte Statik des Hauses in Mitleidenschaft gezogen werden. Stress und Ärger sind vorprogrammiert. Experten raten deshalb zum Verwenden von Bitumenbahnen und flüssigem Bitumenanstrich. Dabei nicht die Kanten vergessen! Erkennt der Bauherr hier Arbeitsmängel, sollte er unbedingt auf die Benutzung der o. g. Materialien bestehen.

5. Unzureichende Bodenarbeiten

Ein solide verdichtetes Fundament ist die Basis dafür, dass das Eigenheim auch nach vielen Jahren noch sicher steht und nicht absackt. Das dürfte soweit bekannt sein. Dass dasselbe auch für Einfahrten, Gartenterrassen oder Pflasterwege gilt, hat sich jedoch noch nicht überall rumgesprochen. Die Handlungsmaxime lautet deshalb: Überall, wo Bodensetzungen verhängnisvoll wären, muss der Unterbau fachgerecht mit einer Rüttelplatte verdichtet werden. So ist man vor bösen und teuren Überraschungen geschützt.

6. Das Mauerwerk vor Regengüsse schützen

Regen war und bleibt der größte Widersacher beim Hausbau, da er die Mauern nachhaltig schädigen kann. Gerade beim Hochziehen des Mauerwerkes ist es somit an regnerischen Tagen wichtig, es mit Dielen vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen. Das bedeutet natürlich einen erheblichen Mehraufwand, den viele Baufirmen scheuen. Sollte man als Bauherr diese Beobachtung machen: unbedingt hartnäckig bleiben! Schließlich bezahlt man nicht gerade wenig Geld an die Baufirmen, deswegen sind sie dem Bauherren das vorschriftsgemäße Arbeiten einfach schuldig.

Autor des Artikels: William Güttler / DENQBAR GmbH

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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